Marketing Community Bodensee

Die richtige Mischung macht‘s - On- & Offline wirkungsvoll verbinden

19.01.17
Startzeit: 19:30
Endzeit: 20:30

Ort / AnfahrtskarteSchloss Montfort Langenargen

Die Marketing-Community Bodensee lud zum Vortrag mit Professor Jens Böcker

Jens Böcker ist Professor für Marketing und er ist ein gefragter Spezialist und Keynote Speaker in Sachen Trendforschung und Marketing-Strategien. Nach der Jahreshauptversammlung referierte er für die Mitglieder der Marketing-Community Bodensee und ihre Gäste im Schloss Langenargen. Die MCB hat sich für ihn als ersten Dozenten in ihrem neuen Vereinsjahr entschieden, weil er ein exzellenter Experte ist, für die beste Mischung der richtigen Kommunikationsmedien.

Alle tun es

Zur Begrüßung erzählte der Professor von einer Schrecksekunde bei seiner Anfahrt: er hatte auf seinem Smartphone plötzlich Schweizer Netz und dachte, irgendwo falsch abgebogen zu sein. Womit er einerseits eine Besonderheit des Vierländerecks kennen gelernt hatte. Zudem passte die Begebenheit  gut zu seiner Frage: „Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?“, mit der er seinen Vortrag begann. Er zeigte sehr anschaulich auf, wie rasant die Entwicklung in Sachen Medien und virtueller Realität voranschreitet,  und erklärte, wie die alten und neuen Kommunikationskanäle effektiv am wirkungsvollsten kombiniert und genutzt werden, um Wachstum möglich zu machen. Die Medienlandschaft werde noch interaktiver und noch mehr auf die einzelne Person abgestimmt. „Wir werden immer mehr online sein, die Automatisierung wird in den nächsten Jahren ein großes Thema sein.“ In der Industrie sei sie es schon lange, jetzt sei der administrative Bereich an der Reihe. Die Welt habe sich verändert, die Menschen finden es gut; denn „alle tun es und keiner zwingt sie dazu.“

Die Entwicklung passe sich aber auch den Erfahrungen der Menschen an. Beispiel: Weil die Menschen heutzutage dank der ständigen Smartphone-Benutzung permanent nach unten schauen, was erhebliches Unfallpotential birge und häufig zum Smartphone-Nackensyndrom führe (und unter anderem auch Depressionen auslösen könne, wie der Professor und die Zuhörer von Ursula Kremer erfuhren „danke, das wusste ich so noch gar nicht“) – haben Forscher längst die Datenbrille und eine smarte Kontaktlinse erfunden.  Erhobenen Hauptes soll sie den Nutzern die Informationen direkt ins Sichtfeld spielen. Science Fiction ist an vielen Stellen längst Gegenwart. Die virtuelle Realität fühle sich schon viel realer an, als es sich viele vorstellen können. „Da kommen sehr interessante Zeiten auf uns zu“, sagte Böcker und bekannte, dass er von diesen Brillen begeistert sei.

Er erklärte unter anderem an erfolgreichen Kommunikationsbeispielen, was Online kann, und was nicht. Wie die Online- / Offline Verknüpfung am besten funktioniert und damit Kunden erreicht und Zielgruppen aufmerksam werden. Wie Medien im Zeitablauf eingesetzt werden sollten. Welches Budget dafür überhaupt notwendig ist und wie der Erfolg messbar wird. Es war ein interessanter und auch unterhaltsamer Vortrag; denn Professor Böcker, der weltweit für seine Forschungsarbeiten unterwegs ist, kombinierte sein fundiertes Fachwissen mit praktischen Beispielen auf höchst sympathische,  humorvolle und unterhaltsame Art.

Wichtige Basics

Papier entwickelt sich vom Verkaufsmedium hin zum Inspirationsmedium.

Papier wirkt als Teaser oder als Reminder hin zu Onlinemedien.

QR-Codes bieten sich als Brücke zwischen Print- und Onlinemedien an und verbreiten sich mit dem Siegeszug von Smartphones immer mehr.

Ein Brief breche inzwischen bei der Generation „Digital Natives“ (die ganz Jungen bezeichnet Böcker als „Born Mobiles“) schon so sehr die das gewohnte Kommunikationsmodell, dass er schon wieder für Aufmerksamkeit sorge. Die Möglichkeiten, seine Zielgruppe zu erreichen seien beinahe grenzenlos. „Wir wissen nicht genau, wie die Customer-Journey verläuft. Alles wirkt aufeinander ein“, so Böcker. Tatsache sei, dass die unterschiedlichen Medien vernetzt eingesetzt, Verstärkungseffekte haben. Das haben viele schon erkannt und passen sich an. So sei es nicht verwunderlich, das traditionelle Online-Anbieter wie Amazon oder Zalando haptische Ladengeschäfte eröffnen.

Das Fazit von Professor Böcker: Vielfalt – die Medienlandschaft wird erheblich bunter. Freiheit – man muss dem Kunden die Wahl überlassen – denn auch er ist in der vielfältigen Medienlandschaft unterwegs. Kombination – Medien gemäß ihrer spezifischen Stärken und Schwächen einsetzen. Verstärken – die Verzahnung von Online und Offline führt zu positiven Effekten.

Und die Erkenntnis: Es gibt sie nicht, die „Eine“ Standardlösung in der Kommunikation!

Die anschließende Gesprächsrunde gestaltete sich eher kurz, hatte der Professor das Thema doch erschöpfend besprochen. Ein perfektes Schlusswort kam von Community-Mitglied Karin Benzmann: „Das ist doch schön. Das eine ergänzt das andere. Online und Offline unterstützen sich gegenseitig und jeder hat seinen Nutzen davon!“ Geschäftsführer Christian Kalbrenner bedankte sich begeistert bei Professor Böcker für den fantastischen Vortrag, der dazu beitrage, dass auch seine Generation – die Digital Immigrants – mit den Entwicklungen Schritt halten können, wie er augenzwinkernd erklärte.

Text und Fotos: Susi Donner

www.boecker-ziemen.de