Marketing Community Bodensee

Kloster Birnau

25.10.17
Startzeit: 17:30
Endzeit: 22:00

Die MCB auf den Spuren der Birnauer Orgel

Sie heißen Principal oder Gemshorn, Gedecktpommer und Hintersatz, Schalmei, Trompete oder Larigot – und sie sind allesamt Pfeifen der Birnauer Orgel. Nach einer interessanten Führung durch die Geschichte des Klosters Birnau ließ Organist Werner Schweikart sie alle erklingen. In einem temperamentvollen, kraftvollen Konzert, exklusiv für die Mitglieder der Marketing-Community Bodensee, die diesen besonderen Ort des Innehaltens besucht, und jeden Ton, den Werner Schweikart den Pfeifen entlockte, genossen haben.

Dass der Organist nicht nur ein guter Musiker, sondern auch ein brillanter Erzähler ist, bewies er im Anschluss an das Konzert, als er von der Orgelempore zu seinen Zuhörern herunterstieg und ihnen neben der Geschichte der Orgel auch den Psalter vorstellte, der als Urform von Zither und Hackbrett gilt. Die erste Orgel der Birnau hatte Johann Georg Aichgasser aus Überlingen hergestellt. Sie war nur einmanualig und hatte zwölf Register. 1808 wurde sie in die reformierte Kirche von Altnau (Kanton Thurgau) verkauft. Dort ist zwar nicht mehr das Orgelwerk, jedoch immerhin der geschnitzte Prospekt erhalten. 1950 wurde für die Birnau eine neue Orgel angeschafft, die von einer Überlinger Orgelbaufirma erbaut wurde. Das heutige, nunmehr dritte Orgelwerk wurde 1991 mit einer rein mechanischen Traktur von der Orgelbaufirma Mönch (Überlingen) gebaut. Das Instrument hat 39 klingende Register und 2644 Pfeifen aus Zinn-Legierungen und Holz. Sie verteilen sich auf drei Manuale und Pedal.

Birnau - Wallfahrtskirche und Barockjuwel

Vor diesem unterhaltsamen musikalischen Ausflug erfuhren die Mitglieder der MCB viel Wissenswertes über Wallfahrtskirche Birnau. Idyllisch und direkt am Nordufer des Bodensees liegt die Wallfahrtskirche Birnau zwischen den Gemeinden Nussdorf und Uhldingen-Mühlhofen. Die wunderschöne, Maria geweihte Barockkirche zieht jedes Jahr viele tausend Besucher an und verzaubert sie mit ihrer barocken Pracht – dazu zählen der von Peter Thumb (1681-1766) errichtete Kirchen- und Klosterbau,  Fresken von Gottfried Bernhard Göz (1708–1774) sowie Stuckaturen, Altäre und Skulpturen von Josef Anton Feuchtmayer (1696–1770).

Die Birnau von damals bis heute

Bereits 1222 wird die Wallfahrtskirche Alt-Birnau urkundlich erwähnt. Seit dem 14. Jahrhundert betreuen die Zisterzienser der Abtei Salem die älteste Marienwallfahrt Schwabens in Birnau am Bodensee. Die heutige Wallfahrtskirche wird 1750 eingeweiht und gilt als die schönste Barockkirche am Bodensee.
Nach der Aufhebung des Klosters Salem 1803 wird auch Birnau als Wallfahrtsort geschlossen. 111 Jahre lang dient die Kirche als Schuppen für landwirtschaftliche Geräte. Erst 1919 können die Zisterzienser von Mehrerau das Heiligtum vom Markgrafen von Baden wieder erwerben. Die Wallfahrt zur lieblichen Mutter von Birnau blüht wieder auf. Seither wirken Patres und Brüder von Wettingen-Mehrerau mit einer kurzen Unterbrechung von 1941–1945 im Priorat Birnau, zu dem auch die Pfarre Birnau gehört.

Zehn Uhren sind einmalig

Einmalig sind die zehn Uhren der Birnau: drei Sonnenuhren am Priesterhaus, vier Turmuhren in alle Himmelsrichtungen und drei Uhren in der Kirche selbst. Am meisten sind die Besucher von der Monduhr fasziniert: Die Königin der Nacht zeigt mit einem Stab den Tag des Mondlaufes an, während die Kugel die Mondphasen verdeutlicht. Betrieben werden die Uhren durch das älteste funktionierende mechanische Uhrwerk in Deutschland.

Das ganze Jahr über ein beliebtes Ziel

Während des Jahres kommen viele Wallfahrer zur Birnau: am Sonntag nach dem 2. Juli zum Patrozinium der Wallfahrt, an jedem 13. eines Monats zur Fatimawallfahrt sowie die Männer des Linzgaus, die Senioren und die Kroaten der angrenzenden Länder um den See zu ihren Jahreswallfahrten. Auch viele Gruppen besuchen Birnau zu einem Gottesdienst oder zu einer Andacht und ungezählte Einzelpilger zum persönlichen Gebet. Außerdem ist die Birnau ein gesuchter Beichtort – und wegen ihrer Schönheit und attraktiven Lage auch eine beliebte Hochzeitskirche.

Gutshof Birnauer Oberhof

Die Veranstaltung fand im Restaurant/Weinstube Birnauer Oberhof, einem nicht nur der regionalen Küche sondern auch des schönen Ausblicks empfehlenswerten Ausflugslokal & Café mit Terrasse einen stimmigen Abschluss. Mit angeregten Gesprächen und Flammkuchen satt ging ein sehr gelungener und auch besinnlicher Abend zu Ende.  

Text und Fotos: Susi Donner

Quelle: Vortrag vor Ort und www.birnau.de