Marketing Community Bodensee

Zeppelin Universität

15.02.17
Startzeit: 17:30
Endzeit: 22:00

Universität zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik

„Das war einer der besten Vorträge, die ich je gehört habe!“

Friedrichshafen - Was ist eigentlich überhaupt Bildung? Mit dieser grundsätzlichen Frage eröffnete Jürgen Rockstroh, Präsident der Marketing-Community Bodensee die Veranstaltung "inside Zeppelin Universität" am neuen ZF Hauptcamus der ZU, im ehemaligen Kasernenareal Fallenbrunnen, der im September 2015 nach mehr als zweijähriger Bauzeit eingeweiht wurde. Bildung gehe jedenfalls früh los. Im Elternhaus. In der Schule. Und schließlich werde sie in der Uni und in anderen weiterführenden Bildungseinrichtungen verfeinert. Und weil der Weg bis zur Uni, das gesamte Gesellschaftssystem sich immer wieder ändere, erfordere das auch Anpassungsfähigkeit der Universitäten. Wie dies die Zeppelin Universität schaffe, auf diesen Einblick sei an diesem Abend nicht nur er, Rockstroh, neugierig. An dieser Stelle übernahm Sascha Schmidt, an der ZU  unter anderem für Universitätskommunikation und Veranstaltungen zuständig. Dass er auch ein exzellenter Marketer ist, würden die Mitglieder der MCB und ihre Gäste schnell merken. „Vorab: wir sind keine Elite-Universität“, war es ihm wichtig deutlich zu machen. „Wir sind einfach anders.“ Vor  seinem Vortrag führte Schmidt seine Besucher durch das Universitätsgebäude, das aus historischem und saniertem Kasernengebäude und modernem Neubau besteht und durch seine offene und durchdachte Architektur gefiel. Er­mög­licht wurde das Bau­pro­jekt im ehe­ma­li­gen Ka­ser­nen­are­al Fal­len­brun­nen durch eine  Spen­de der ZF Fried­richs­ha­fen AG in Höhe von ins­ge­samt 20 Mil­lio­nen Euro an die ZU-Stif­tung.

Schmidt, der selbst ein Absolvent der ZU ist, erläuterte die Finanzierung des Studiums, gab Einblicke in Bildungsfonds, Stipendienangebote und Stiftungsstudienplätze, in Bewerbungs- und Auswahlverfahren. Er stellte in seinem Vortrag die möglichen Bachelor- und Masterstudiengänge vor – zwischen den Disziplinen – die man nicht singulär sehen können, sondern miteinander verknüpfen müsse. Denn, so die  Philosophie der ZU: Die großen Fragen von Gegenwart und Zukunft seien zu komplex und vernetzt, als dass sie eindimensional zu beantworten wären. Die wachsende soziale, politische, ökonomische, kulturelle, ökologische und mediale Vernetzung der Welt bedinge einen Ort des gemeinsamen Diskurses. Und dieser Ort sei die Universität. Ihr komme im 21. Jahrhundert eine besondere Rolle zu:

Sie müsse ein Ort sein, an dem jede Frage erlaubt ist.
Sie müsse ein Ort der Freiheit und des Freiraums sein.
Sie müsse ein Ort intellektuellen Diskurses sein, der Wissenschaftler, Studierende und Gesellschaft verbindet.
Sie müsse aktiver Teil der Gesellschaft sein, in die Gesellschaft hinein wirken und zur Lösung sozialer und gesellschaftlicher Probleme beitragen.
Sie müsse interdisziplinär und gleichzeitig disziplinär stark verankert sein.

Genau deshalb sei die Zeppelin Universität gegründet worden – ganz bewusst als private Stiftungsuniversität. Sie hebe sich ab, indem sie seit ihrer Gründung im Jahr 2003 Interdisziplinarität in ihre DNA eingraviert habe: Zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik problem- und lösungsorientiert zu denken und nicht in spezifischen gesellschaftlichen Denkmustern und wissenschaftlichen Disziplinen verhaftet zu sein, mache den Blick frei für gesellschaftlich relevante Lösungen.

Die oberste Aufgabe der Zeppelin Universität sei es, Studierenden, Wissenschaftlern und Mitarbeitern die einzigartige Chance zu geben, ihre Fähigkeiten so zu entwickeln, dass sie in der Lage seien, eigene Ziele zu realisieren und Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Darauf seien alle Strukturen und Prozesse der ZU ausgerichtet: interdisziplinär, in einer inspirierenden Gemeinschaft, mit viel Freiraum und großem Pioniergeist.

Sascha Schmidt machte mit seinen Ausführungen seinen faszinierten Zuhörern geradezu Lust auf ein Studium an der ZU. Und, wie Professorin Dr. Insa Sjurts (Präsidentin und Geschäftsführerin der ZU) bei der anschließenden Diskussionsrunde bemerkte, betrieb damit Marketing in Reinkultur. („Das war einer der besten Vorträge, die ich je gehört habe!“ werden Rosmarie Breuer und Marion Vischer später unisono Sascha Schmidt loben).

Und Marketing müsse die ZU auch betreiben. „Wir verkaufen Dienstleistungen, die auch noch ziemlich teuer sind“, sagte sie. Plausibel zu erklären „dass und warum wir besser sind, was unsere USPs sind“ und die ZU erfolgreich zu verkaufen, sei deshalb die Herausforderung an das Marketing der ZU.  Deshalb würden auch alle Studiengänge der ZU stets evaluiert. Ihre besten Werbeträger seien die Studenten selbst. 50 Prozent der Studierenden kämen auf persönliche Empfehlungen. „Wir pflegen deshalb unsere Studenten mit Service und Qualität. Wir kennen jeden einzelnen Studierenden und bei der Aufnahme selektieren wir ganz bewusst.“

De­tails zum neuen Stand­ort

Im Erd­ge­schoss des Neu­baus schließt sich hin­ter dem Check-in die Bi­blio­thek an, die vom See­moo­ser Horn an den Fal­len­brun­nen um­ge­zo­gen ist. Dar­über hin­aus be­fin­det sich im Erd­ge­schoss die Ca­fe­te­ria. Im Ober­ge­schoss des Neu­baus gibt es in ers­ter Linie Ar­beits- und Se­mi­nar­räu­me, die von Zwi­schen­räu­men um­ge­ben sind. Diese wer­den sinn­voll ge­nutzt, dort kön­nen Stu­die­ren­de in Klein­grup­pen ar­bei­ten. Im Alt­bau wur­den Bü­ro­räu­me für rund 120 Mit­ar­bei­ter und Wis­sen­schaft­ler ein­ge­rich­tet, an­sons­ten gibt es auch dort Se­mi­nar- und Zwi­schen­räu­me. Ein Hö­he­punkt des neuen ZF Cam­pus ist das sich über meh­re­re Eta­gen er­stre­cken­de Forum. Es wirkt wie ein Am­phi­thea­ter: ein Vor­le­sungs- und Ver­an­stal­tungs­ort, in dem 450 Men­schen Platz fin­den. Ins­ge­samt bie­tet der neue ZF Cam­pus eine Flä­che von 14500 Qua­drat­me­ter. Im Fal­len­brun­nen ent­steht in den nächs­ten Jah­ren ein le­ben­di­ges Areal mit Hoch­schu­len, wei­te­ren Bil­dungs­an­bie­tern, Kul­tur­pro­du­zen­ten, Un­ter­neh­men und Wohn­an­la­gen. Dabei bil­de der neue ZF Cam­pus einen ent­schei­den­den Bei­trag.

Text und Fotos: Susi Donner

 

Quelle: Vortrag vor Ort, www.zu.de