Marketing Community Bodensee

Jahresausklang auf der Veitsburg

09.12.16
Startzeit: 18:00
Endzeit: 22:30

Ort / AnfahrtskarteRavensburg

Feiern über den Dächern von Ravensburg

 

- 2017 wird spannend und neu -

Ravensburg - Ein gemütlicher Jahresausklang, an einem schönen Ort, gehört zur lieben Tradition des Marketing-Clubs Bodensee. Am 9. Dezember trafen sich die Clubmitglieder deshalb mit ihren Partnern über den Dächern von Ravensburg, auf der Veitsburg. Stimmungsvoll wurden die Gäste mit Fackelfeuer, Glühwein und Punsch auf dem Aussichtsplateau begrüßt.  

Schon von weitem locken die vielen Türme der alten Handelsstadt Ravensburg. Mehr als ein Dutzend haben Ravensburg als Stadt der „Türme und Tore“ bekannt gemacht. Die meisten wurden im 14. und 15. Jahrhundert errichtet. Vielfältig sind sie in Gestalt und Form: kantig, halbrund oder rund - je  nachdem, was der Stadtverteidigung am dienlichsten war. Vom Plateau der Veitsburg aus genossen die Gäste den romantischen Blick auf den wohl berühmtesten der Türme, den Mehlsack, denn er ist das Wahrzeichen der Stadt.

Journalist und Ur-Ravensburger Wolfram Frommlet stieß für einen interessanten Vortrag zu den Festgästen und öffnete seinen Zuhörern einen weiteren Blick auf und in die Stadt Ravensburg. Er nahm sie mit auf eine historische, unterhaltsame und interessante Reise durch die Historie Ravensburgs. Er berichtete von der Rolle der Stadt in der Region, über viele Jahrhunderte hinweg, vom tiefen Mittelalter bis heute. Erzählte von Ravensburg wie es früher war und wie es das wurde, was es bis heute ist, das florierende Zentrum Oberschwabens. Die Stadt Ravensburg, mit ihrem mittelalterlichen Altstadt-Ensemble, war durch die Große Handelsgesellschaft der Humpis eine reiche Freie Reichsstadt, spielte eine Rolle im Augsburger Religionsfrieden, blühte im 19. Jahrhundert mit der Eisenbahn wieder auf.

Wolfram Frommlet erzählte vom Bürgertum in der patrizischen Oberstadt und von der vom Handwerk geprägten Unterstadt, von der Stärke und Kraft des Handwerks. Gab politische und sozial spannende Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten zum Besten, berichtet von den ersten Kaufhäusern und vom schönsten Wochenmarkt Oberschwabens. 

Und während der gesamten Erzählung standen die Marketer an einem fürwahr historischen Ort. Denn Ravensburg entstand zu Füßen einer 1088 erstmals erwähnten welfischen Herzogsburg – der heutigen Veitsburg, die früher wohl Burg Ravensburg genannt wurde. Experten sind sich nicht einig, wem oder was die Festung aus der Zeit der ersten Jahrtausendwende ihren Namen verdankt. So lautet etwa eine Theorie, der Name entspringe der überwiegendschwarzen Haarpracht der dort damals ansässigen Welfen. Schwarz wie die Rab(v)en eben. Andere wiederum sind davon überzeugt, dass die frühere Schreibweise „Ravenspvrg" (ohne Unterscheidung von „u" und „v") auch als „Rauensburg" gelesen werden könne.

Hier jedenfalls gründeten die Welfen am Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege einen Marktflecken, der schon im 12. Jahrhundert das Stadtrecht erhielt. Der 1276 erlangte Rang einer Reichsstadt bedeutete eigene Gerichtsbarkeit und Verwaltung, Münz-, Markt- und Zollrechte. In den folgenden 250 Jahren erlebte die Stadt die Blüte ihrer geschichtlichen Entwicklung. Für die rasch wachsende Bevölkerung musste die Stadt mehrmals erweitert werden. Aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen auch die meisten markanten Gebäude, die noch heute das Stadtbild von Ravensburg prägen. Diesen Aufschwung hatte die Reichsstadt in erster Linie der erfolgreichen Tätigkeit ihrer Kaufleute und Handwerker zu verdanken. Ravensburg war seit dem 14. Jahrhundert eine der führenden Fernhandelsstädte im Bodenseeraum. Europaweite Bedeutung erlangte zwischen 1380 und 1530 die von den Humpis geführte Handelsgesellschaft.

Die einheimischen Erzeugnisse, vor allem oberschwäbische Leinwand, wurde in ganz Europa abgesetzt, Handel wurde bis nach Italien, Spanien, Frankreich, Holland, Polen und Ungarn getrieben. Zum Handel kamen noch Papierherstellung, Lederverarbeitung und Weinbau als wirtschaftliche Faktoren. Bei der Reformation entschied sich die Stadt für konfessionelle Parität und gehörte damit zu den vier Städten im Reich, in denen Katholiken und Protestanten gleichberechtigt waren. Als Folge des Dreißigjährigen Krieges rückte Ravensburg an den Rand der Geschichte und büßte an Bedeutung ein. 1802 verlor Ravensburg seine reichsstädtische Selbständigkeit und wurde bayerisch. 1810 kam es zum Königreich Württemberg und wurde Sitz eines Oberamtes. Etwa 1835 begann das Industriezeitalter mit den Schwerpunkten Textilherstellung und Maschinenbau. Der Bau der Eisenbahnlinie 1847 nach Friedrichshafen und wenig später nach Ulm brachte der Stadt einen neuen Aufschwung: um 1900 lebten 13.000, vor dem Zweiten Weltkrieg 22.000 Menschen in Ravensburg. Da keine Rüstungsindustrie ansässig war, wurde die Stadt von den Bomben des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont.  

Leicht durchgefroren zog es die Gäste schließlich ins Restaurant Veitsburg, wo Inhaber Michael Kruwinnus und sein Team ein leckeres weihnachtliches Büfett vorbereitet hatten. Zu angeregten Gesprächen genossen die Veranstaltungsgäste das eine oder andere Glas Wein. Gesprächsstoff gab es viel; denn ein wahrlich bewegtes Jahr liegt hinter dem Marketing-Club Bodensee. Nicht nur politisch gab es viele Entscheidungen zu treffen. Im Marketing-Club wurde die Lösung vom Dachverband intensiv diskutiert, die Weichen für 2017 neu gestellt und die Wege für ein interessantes Jahr 2017 vorbereitet.  

In diesem Sinne wünscht die gesamte Vorstandschaft des Marketing-Clubs Bodensee allen Mitgliedern und JuMPs, allen Gästen, Partnern und Freunden des MCB ein besinnliches und fröhliches Weihnachtsfest, sowie einen gelungenen Jahreswechsel und einen gesunden und glücklichen Start im Jahr 2017.

 

Zur Person Wolfram Frommlet: 1945 in Ravensburg geboren, studierte Germanistik, Kunstgeschichte, Theater- und  Musikwissenschaft. Seit 1997 ist er nach verschiedenen Stationen auf der ganzen Welt wieder in Ravensburg zu Hause, wo er als Journalist und Dozent arbeitet. Wolfram Frommlet wurde für seine Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet.

Text und Fotos: Susi Donner

Quelle: Vortrag vor Ort und Stadt Ravensburg