Marketing Community Bodensee

Umweltfreundlich und fair. VAUDE ist Deutschlands nachhaltigste Marke 2015

16.03.16
Startzeit: 18:00
Endzeit: 21:30

Ort / AnfahrtskarteTettnang, Obereisenbach

Die VAUDE Nachhaltigkeitsstrategie: bei VAUDE ist der rote Faden grün

Am 16. März war der Marketing-Club Bodensee zu Gast in der neuen Firmenzentrale von VAUDE in Tettnang-Obereisenbach, die - selbstverständlich nachhaltig – umgebaut wurde. Sie bietet Arbeitsplätze, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sind und ermöglicht Work-Life-Balance. Ralf Geiger, der Leiter Endverbraucher-Marketing, brachte den Marketern mit einem fesselnden Fachvortrag das Marketing und die Unternehmensphilosophie von VAUDE näher. Der europäische Outdoor-Markt sei riesig: Seinerzeit errechnen Markt-Forscher ein Marktvolumen von 4,8 Mrd. Euro im Großhandelssektor und von 10,2 Mrd. Euro im Einzelhandel für 2016. Die Wettbewerber seien die Großen. Daher müsse man als Marke einzigartig sein, so Ralf Geiger. Was VAUDE anders und einzigartig mache, erklärte er an vielen beeindruckenden Beispielen. Unter anderem habe VAUDE ein Netzwerk mit starken Partnern aufgebaut, wie mit dem Deutschen Alpenverein. Wichtigstes Thema aber: Abgeleitet aus dem Unternehmensleitbild stehe nachhaltiges Handeln im Mittelpunkt des Wertesystems und der täglichen Arbeit im Unternehmen: in sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Nachhaltigkeit sei ein Dreiklang. Dabei zeige VAUDE, dass sozial und ökologisch verantwortliches Wirtschaften auch ökonomisch erfolgreich sein kann.

Auf höchster Ebene ausgezeichnet

Ende November 2015 erhielt VAUDE die Auszeichnung als Deutschlands nachhaltigste Marke. Die Philosophie, die das Unternehmen seit Jahren beständig in allen Unternehmensbereichen verfolgt und mit viel Herzblut lebt, wurde damit auf höchster Ebene ausgezeichnet. Am 23. Februar 2016 wurde VAUDE vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik mit dem diesjährigen Preis für Unternehmensethik ausgezeichnet. „VAUDE zeigt, dass nachhaltiges Engagement nicht im Gegensatz zu wirtschaftlichem Erfolg steht, sondern ihn im Gegenteil auch beflügelt“, so die Begründung der Jury. VAUDE verfolgt eine ganzhaltige Nachhaltigkeitsstrategie, die sich wie ein „grüner Faden“ durch alle Bereiche des Unternehmens zieht. VAUDE sei es wichtig, ein Gleichgewicht aus ökologischer, sozialer und ökonomischer Verantwortung herzustellen. Diese Werte werden überall umgesetzt. In der Produktentwicklung genauso wie in der Logistik oder im Personalwesen. Der damit verbundene Aufwand sei enorm. Doch VAUDE sei überzeugt davon, dass es sinnvoll ist und sich langfristig lohne. Mit seiner Umsatzentwicklung, die seit Jahren über dem Branchenschnitt liege, bekräftige VAUDE, dass Nachhaltigkeit auch ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor sein kann. Bereits am 8. März 2016 wurde VAUDE vom Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde für sein Second Use Programm ausgezeichnet, mit dem das Unternehmen dazu beitragen möchte, dass seine Produkte länger genutzt werden. Die Liste der Auszeichnungen könnte beinahe beliebig fortgeschrieben werden. Sicher: Den Weg der Nachhaltigkeit gehen auch andere Unternehmen der Outdoor-Branche. Aber die Konsequenz, mit der VAUDE den grünen Weg eingeschlagen hat, ist sonst schwer zu finden.

Green Shape – noch grüner

Um besonders umweltfreundliche Produkte zu bewerten und zu kennzeichnen, hat VAUDE ein eigenes Bewertungssystem mit strengen Kriterien entwickelt: Green Shape. Green Shape ist die VAUDE-Garantie für umweltfreundliche Produkte - aus nachhaltigen Materialien und ressourcenschonender Herstellung. Mit dem VAUDE Green Shape Konzept bewertet VAUDE seit 2010 seine Produkte im Hinblick auf ihre Umweltfreundlichkeit. Die Kriterien zur Beurteilung sind streng. Sie werden laufend überprüft und umfassen den gesamten Produktlebenszyklus von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Pflege und Verwertbarkeit nach dem Gebrauch. VAUDE Green Shape Produkte bieten höchste Qualität und Funktionalität. Gleichzeitig geben sie dem Käufer die Gewissheit, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Green Shape – das Beste für Mensch und Natur.

High-Tech und hohe Umweltstandards  aus Tettnang

Seit 1980 produziert VAUDE in Tettnang-Obereisenbach Rucksäcke und Taschen. 1995 spezialisierte sich VAUDE an diesem Standort auf die Herstellung von wasserdichten Produkten spezialisiert. Gearbeitet wird nach einem Ultrahochfrequenz-Verfahren, bei dem die einzelnen Komponenten der Produkte elektronisch miteinander verschweißt werden. So entstehen hundert Prozent wasserdichte „Nähte“, ohne dass eine Nadel das Material durchbohren muss. Jedes Produkt wird einzeln gefertigt. Ungefähr 20 einzelne Arbeitsgänge sind dafür erforderlich, vom Stanzen der Schnittteile aus dem Material über den Schweißvorgang bis zum Finish der Produkte, zu Qualitätskontrolle und Verpackung. Jedes Stück ist von Hand an Spezial-Maschinen gefertigt. Erstklassige Qualität, innovative Technik und modernes Design sind das Rezept. Die Produkte halten oft ein Leben lang. Die gesamte Produktion ist klimaneutral – wie der ganze Firmenstandort. Das komme bei den Kunden sehr gut an. Mit dieser Produktpalette „Made in Germany“ bekennt sich VAUDE zum Produktions-Standort in Tettnang. Sichere Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen sind VAUDE als Mitglied der „Fair Wear Foundation“ (FWF) nicht nur in der großen weiten Welt ein Anliegen. Die neue Green Shape Garantie schließt den Einsatz besonders kritischer Materialien und Technologien ausdrücklich aus, z. B. PVC, Fluorcarbone, Nanotechnologie oder lösungsmittelhaltige Drucke.

VAUDE ist bluesign® Systempartner. Die Produktion in Tettnang-Obereisenbach wird  regelmäßig von bluesign® überprüft. Der gesamte Standort ist ISO 14001 und EMAS zertifiziert.

Ein „zweites Leben“ für VAUDE Produkte

Um eine Reparatur, Weiterverwendung oder Recycling überhaupt erst möglich zu machen, versucht VAUDE, durch Design, Materialauswahl und die richtigen Produktionsverfahren sicherzustellen, dass man die Produkte möglichst lange benutzt und sie dann problemlos entsorgt werden können – am besten in Form von Recycling. So verarbeitet VAUDE beispielsweise keine PTFE-Membrane, die bei der Entsorgung ohne aufwendige Sonderbehandlung giftige Fluorverbindungen verursachen.Und wenn der Kleiderschrank überquillt? Meistens sind VAUDE-Produkte noch sehr gut als Second Hand Produkte nutzbar und machen als Spende, Geschenk oder Gebrauchtverkauf einem zweiten oder dritten Nutzer Freude. VAUDE unterstützt den privaten Weiterverkauf von gebrauchten Produkten auf einer "Re-Commerce-Plattform" auf eBay. Wer nachhaltig bewusst einkaufen möchte, findet hier gebrauchte Outdoor-Bekleidung und Bergsport-Equipment zu günstigeren Preisen. Käufer und Verkäufer verlängern mit ihrem Kauf bzw. Verkauf den Lebenszyklus von Outdoor-Artikeln und vermeiden, dass noch nutzbare Qualitäts-Produkte im Müll landen.

Mehr Reparaturen – weniger Restmüll

 

In Deutschland arbeitet VAUDE mit dem Dachverband FairWertung e.V. zusammen. FairWertung ist ein bundesweites Netzwerk aus über 100 gemeinnützigen Organisationen. VAUDE Produkte erhalten ein zweites Leben als Secondhand-Kleidung oder Ausrüstung. Was die gemeinnützigen Organisationen nicht selbst verwenden können, verkaufen sie an Textilrecycling-Unternehmen und finanzieren mit den Einnahmen ihre sozialen Projekte. Innerhalb der Gewährleistungszeit hat VAUDE das Recht, jeden Artikel zu reparieren. Viele Kunden erwarten allerdings einen Umtausch oder eine Gutschrift auf Kulanz statt einer Reparatur. Wird der Artikel in einem solchen Fall dem Kunden ersetzt, repariert VAUDE Produkte ohne Gebrauchsspuren in der Regel trotzdem und verkauft sie als 2. Wahl im Outlet. Nicht verkäufliche Produkte, deren Hauptfunktion noch gegeben ist, spendet VAUDE an FairWertung.

VAUDE erzählt Geschichten

Es sind noch unendlich viel mehr Geschichten, aus denen das Marketing des Unternehmens schöpfen kann. So ist VAUDE Partner von Filmfestivals, und geht dazu natürlich auch alle klassischen Wege, wie Präsenz auf Social Media und in Blogs, betreibt Suchmaschinen-Optimierung und hat den Print-Katalog ganz abgeschafft. „Wir haben die Nachhaltigkeit nicht erfunden. Wir waren nur früher dran“, schloss Ralf Geiger. „Ich bin ab sofort Fan von VAUDE!“ bedankte sich Christian Kalkbrenner, Geschäftsführer des Marketing-Club Bodensee für den überaus spannenden Vortrag, im Namen des Marketing-Club Bodensee.

Nach einem Rundgang durch die Firmenzentrale waren die Marketer zu einer Stärkung in die neue, biozertifizierte VAUDE Kantine eingeladen. Hier gibt es auch für externe Gäste täglich frisches und gesundes Bio-Essen.

Den Weg des Vaters weitergehen

Umweltfreundliche Outdoor-Mode galt lange als unverkäuflich. Doch dann kam VAUDE. Als der Bergsportler Albrecht von Dewitz 1974 mit Rucksäcken und Zelten anfing, wurden seine Produkte noch in einem Bauernhof gelagert. Kam die Zeit der Hopfenernte, musste alles ausgeräumt werden. Aus der Namensabkürzung v. D. machte von Dewitz den Firmennamen VAUDE1980 baute er in Obereisenbach bei Tettnang einen Produktionsbetrieb auf, wo VAUDE noch heute seinen Hauptsitz hat. 2009 übernahm Antje von Dewitz die Geschäftsführung von ihrem Vater Albrecht. Zum Thema Nachhaltigkeit sagt sie heute, sie gehe ja nur den Weg weiter, den ihr Vater schon eingeschlagen habe.

 

Fotos und Text: Susi Donner

Quelle: Vortrag vor Ort und www.vaude.com